30) Die chemische Flut

Auch “Neue Entitäten” ist ein Begriff von fast klinischer Nüchternheit. Er beschreibt jedoch eine der heimtückischsten, tiefgreifendsten und unumkehrbarsten Veränderungen, die der Mensch dem Planeten zufügt: die globale Flut an menschengemachten Substanzen, für die es in der Natur keinen Abbauplan gibt. Hinter diesem technischen Terminus verbirgt sich unser chemischer Fußabdruck – eine Schicht aus langlebigen Verbindungen, die sich unaufhaltsam in den Ökosystemen, in der Nahrungskette und letztlich in unseren eigenen Körpern anreichern.

Der Begriff “Neue Entitäten” (Novel Entities, NE) wurde im Rahmenkonzept der Planetaren Grenzen eingeführt, um den enger gefassten Begriff der “chemischen Verschmutzung” zu erweitern und dessen systemische Dimension zu erfassen. Laut der Definition des Stockholm Resilience Centre handelt es sich um vom Menschen geschaffene oder mobilisierte Entitäten, die in einem geologischen Sinne neu sind und das Potenzial für großflächige, irreversible Auswirkungen auf die Stabilität des Erdsystems haben. Diese Definition umfasst vier zentrale Kategorien:

  • Neue Substanzen: Synthetische Chemikalien, die in der Natur nicht vorkommen.
  • Neue Formen existierender Substanzen: Beispielsweise Nanopartikel, die aufgrund ihrer winzigen Größe völlig neue physikalisch-chemische Eigenschaften aufweisen.
  • Modifizierte Lebensformen: Genetisch veränderte Organismen.
  • Mobilisierte natürliche Stoffe: Natürlich vorkommende Elemente wie Schwermetalle, die durch menschliche Aktivitäten wie den Bergbau in neuen, schädlichen Konzentrationen und an neuen Orten freigesetzt werden.

Eine Substanz wird dabei zu einer Bedrohung auf planetarer Ebene, wenn sie drei zentrale Kriterien erfüllt: Persistenz (Langlebigkeit in der Umwelt), Mobilität (die Fähigkeit zur globalen Verbreitung über Luft und Wasser) und das Potenzial für negative Auswirkungen auf lebenswichtige Erdsystemprozesse.

Die drei Säulen der Kontamination

Die schiere Menge und Vielfalt der vom Menschen geschaffenen Chemikalien ist kaum noch zu überblicken. Weltweit existieren über 140.000 synthetische Chemikalien, von denen jährlich rund 2,3 Milliarden Tonnen produziert werden. Das entscheidende Problem ist, dass nur ein Bruchteil dieser Stoffe umfassend auf ihre Langzeitfolgen für Mensch und Umwelt getestet wurde. Konkret geht es vor allem um drei Gruppen:

Synthetische Chemikalien

Zehntausende von Industriechemikalien, von Pestiziden über Weichmacher in Plastik bis hin zu “ewigen Chemikalien” wie PFAS in Outdoor-Jacken und antihaftbeschichteten Pfannen.

  • Pestizide: Der globale Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft hat sich seit 1990 verdoppelt und erreichte 2022 eine Menge von 3,70 Millionen Tonnen an aktiven Wirkstoffen.
  • Weichmacher und Bisphenol A (BPA): Diese Stoffe sind zentrale Bausteine der Kunststoffindustrie. Die globale Produktion von BPA allein wurde 2022 auf circa 10 Millionen Tonnen geschätzt. Der kombinierte Markt für Phthalate (Weichmacher) und BPA wurde 2021 auf einen Wert von 34,5 Milliarden US-Dollar beziffert.
  • “Ewige Chemikalien” (PFAS): Diese Gruppe per- und polyfluorierter Alkylsubstanzen umfasst Tausende synthetischer Chemikalien. Ihre extrem stabilen Kohlenstoff-Fluor-Bindungen machen sie in der Natur praktisch nicht abbaubar. Über 200 industrielle Anwendungen für mehr als 1.400 einzelne PFAS-Stoffe sind bekannt.

Plastik und Mikroplastik

Die Allgegenwart von Mikroplastik ist der physische Beweis für die globale Sättigung des Planeten mit menschengemachten Partikeln. Es gibt keine Barrieren mehr, weder geografische noch biologische, die diese Flut aufhalten könnte.

  • In der Tiefsee: Bereits 1998 wurde eine Plastiktüte im Marianengraben in fast 11.000 Metern Tiefe dokumentiert. Jüngste Studien bestätigen dort Mikroplastik-Konzentrationen von bis zu 2.200 Partikeln pro Liter im Sediment – Werte, die höher sind als in vielen stark verschmutzten Oberflächengewässern.
  • In der Atmosphäre: Forschungen haben Mikroplastik in Wolken über den Bergen Chinas und Japans nachgewiesen. Diese Partikel können als Kondensationskerne dienen und haben somit das Potenzial, Wetter und Klima zu beeinflussen.
  • Im menschlichen Körper: Eine wegweisende Studie fand in 17 von 22 Probanden Mikroplastik im Blut. Noch alarmierender ist eine Studie von Februar 2024, die in allen 62 untersuchten menschlichen Plazenten Mikroplastik nachwies, hauptsächlich Polyethylen (54%). Dies beweist die Überschreitung der ultimativen biologischen Barriere.

Andere langlebige Schadstoffe

Dazu zählen Schwermetalle wie Quecksilber, Blei und Cadmium aus industriellen Prozessen oder radioaktive Materialien aus der Kernenergie. Diese Stoffe sind persistent und reichern sich in Nahrungsketten an (Bioakkumulation), beispielsweise in Raubfischen.

Das Kernproblem ist ein evolutionärer Crash: Wir überschwemmen das System Erde mit Stoffen, für deren Verarbeitung oder Abbau die Natur Jahrmillionen bräuchte. Die extrem stabilen chemischen Bindungen vieler synthetischer Moleküle, wie die Kohlenstoff-Fluor-Bindung in PFAS, können von Mikroorganismen nicht oder nur extrem langsam aufgebrochen werden. Wir betreiben ein globales, unkontrolliertes chemisches Experiment mit dem Planeten und uns selbst als Versuchskaninchen.

Entwicklung, Prognose und Relevanz: Ein Prozess außer Kontrolle

Die Freisetzung “neuer Entitäten” ist kein schleichender Prozess, sondern eine Explosion, die nach dem Zweiten Weltkrieg begann und bis heute anhält.

Die Nachkriegs-Explosion: Die Petrochemie als Motor

Die moderne petrochemische Industrie entstand in den 1940er und 1950er Jahren, angetrieben durch massive staatliche Investitionen während des Krieges, etwa zur Herstellung von synthetischem Kautschuk. Nach dem Krieg wurden diese gewaltigen Produktionskapazitäten für den zivilen Konsumgütermarkt umgerüstet, was den Grundstein für ein exponentielles Wachstum legte. Zwischen 1960 und 1973 wuchs die Chemieproduktion in den OECD-Ländern um 9 % pro Jahr, die Petrochemie sogar um bis zu 17 % – weit mehr als die allgemeine Industrieproduktion.

Quantitative Eskalation: Die Plastik- und Chemikalienflut in Zahlen

Die globale Plastikproduktion stieg von 2 Millionen Tonnen im Jahr 1950 auf über 460 Millionen Tonnen im Jahr 2019 – eine fast 230-fache Steigerung. Mehr als die Hälfte allen jemals produzierten Plastiks wurde nach dem Jahr 2000 hergestellt. Die Prognosen sind alarmierend: Die Produktion soll sich bis 2040 verdoppeln und bis 2050 im Vergleich zu heute sogar verdreifachen oder vervierfachen. Diese geplanten Steigerungen basieren auf massiven Investitionen in neue petrochemische Anlagen, was einen ökonomischen “Lock-in”-Effekt erzeugt und eine schnelle Reduktion der Produktion extrem schwierig macht.

Überschreitung der Planetaren Grenze: Das wissenschaftliche Urteil

Im Januar 2022 kam ein internationales Forscherteam zu dem eindeutigen Urteil: Die Belastungsgrenze für “Neue Entitäten” ist deutlich überschritten. Diese Schlussfolgerung ist einzigartig, da sie nicht auf der Konzentration eines einzelnen Stoffes beruht. Angesichts von Zehntausenden verschiedener Substanzen ist ein solcher Einzelgrenzwert unmöglich zu definieren. Stattdessen argumentieren die Wissenschaftler, dass der Prozess selbst die Grenzüberschreitung darstellt. Die exponentielle und unkontrollierte Rate der Produktion und Freisetzung neuer Stoffe übersteigt die Fähigkeit der globalen Gemeinschaft zur Risikobewertung, Überwachung und Regulierung bei weitem. Die Forscher warnen, dass wir die Kontrolle verloren haben.

Die Konsequenzen: Wenn der eigene Körper zum Endlager wird

Diese chemische Flut bleibt nicht “draußen” in der Umwelt. Sie landet direkt in uns – mit messbaren und alarmierenden Folgen.

A. Wir vergiften unsere Körper und unsere Zukunft

Unser Körper ist zur letzten Senke für diese langlebigen Chemikalien geworden.

  • Nachweis im Blut und in Organen: Studien der US-Gesundheitsbehörde CDC zeigen, dass praktisch die gesamte Bevölkerung der USA “ewige Chemikalien” wie PFAS im Blut hat. Mikroplastik wurde sogar in den Plaques von verengten Halsschlagadern nachgewiesen. Eine Studie im New England Journal of Medicine fand bei über 50 % der untersuchten Patienten Mikro- oder Nanoplastik in diesen Arterien und verband deren Vorhandensein mit einem 4,5-fach höheren Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod innerhalb der folgenden Jahre.
  • Endokrine Disruptoren (EDCs): Ein besonders beunruhigendes Beispiel sind hormonell wirksame Substanzen, die in vielen Pestiziden, Weichmachern oder Kunststoffen enthalten sind. Sie können bereits in winzigen Dosen unser empfindliches Hormonsystem kapern und fehlsteuern. Ein wegweisender Bericht der WHO und des UN-Umweltprogramms listet wissenschaftlich belegte Assoziationen mit einer Reihe von Krankheiten auf: von Unfruchtbarkeit und Geburtsfehlern über Entwicklungsstörungen bei Kindern (z.B. ADHS, Autismus) bis hin zu einem erhöhten Risiko für hormonabhängige Krebsarten (Brust-, Prostata-, Schilddrüsenkrebs).
  • Pränatale Belastung: Das vielleicht Schockierendste ist, dass die chemische Belastung bereits vor der Geburt beginnt. Viele dieser Chemikalien überwinden die Plazenta-Schranke und werden direkt an ungeborene Babys weitergegeben. Die bereits erwähnte Studie, die in jeder einzelnen von 62 untersuchten menschlichen Plazenten Mikroplastik fand, beweist, dass der Fötus direkt den Plastikpartikeln und den daran anhaftenden Chemikalien ausgesetzt ist, während sich seine Organe entwickeln. Die “Baseline” der chemischen Belastung für eine neue Generation liegt nicht mehr bei Null.

B. Wir kontaminieren unsere Nahrung und unser Wasser

Die Schadstoffe landen direkt auf unserem Teller. Langlebige, fettlösliche Schadstoffe wie bestimmte Pestizide oder Schwermetalle reichern sich in der Nahrungskette an (ein Prozess, der als Bioakkumulation bekannt ist). Entlang der Nahrungskette nimmt ihre Konzentration zu (Biomagnifikation), sodass Raubfische am Ende die höchsten Belastungen aufweisen. Fische und Meeresfrüchte sind oft mit Mikroplastik und den daran anhaftenden Giftstoffen belastet. Selbst Grundnahrungsmittel wie Trinkwasser und Meersalz enthalten mittlerweile nachweisbare Mengen an menschengemachten Chemikalien. Tag für Tag nehmen wir so kleine Dosen eines Giftcocktails auf, dessen Langzeit- und Wechselwirkungen kaum erforscht sind.

C. Wir zerstören die Basis unserer Ernährung

Viele der eingesetzten Chemikalien sind nicht selektiv. Insbesondere Pestizide töten nicht nur die beabsichtigten “Schädlinge”, sondern auch unzählige nützliche Organismen. Das dramatischste Beispiel ist der massive Rückgang von Insekten.

  • Der Fall der Neonikotinoide: Der Einsatz dieser Klasse von systemischen Nervengiften ist direkt mit dem Kollaps von Bienenvölkern verknüpft. Selbst Dosen, die Bienen nicht sofort töten (subletale Dosen), führen zu einer Kaskade sich gegenseitig verstärkender Effekte: Sie verursachen Desorientierung, sodass die Bienen nicht zum Stock zurückfinden, schwächen ihr Immunsystem gegen Parasiten wie die Varroamilbe und reduzieren ihre Fortpflanzungsfähigkeit. Dieses Zusammenspiel führt zum Zusammenbruch ganzer Kolonien.
  • Die Konsequenz: Ohne Bestäuber bricht die Produktion eines Großteils unserer Obst- und Gemüsesorten zusammen. Wir sägen also an dem Ast, auf dem wir sitzen, und vergiften die natürlichen Systeme, die unsere Ernährung sichern.

Wer entlässt diese Stoffe in die Umwelt? Der industriell-chemische Komplex

Die Verantwortung liegt bei einem eng verwobenen System, das von der Produktion dieser Stoffe massiv profitiert.

  • Die Chemie- und Plastikindustrie: Sie ist eine der größten und mächtigsten Branchen der Welt. Der globale Chemiemarkt wurde 2024 auf einen Wert von 5,82 Billionen USD geschätzt. Eine hohe Marktkonzentration zeigt sich darin, dass rund 100 Konzerne für 90 % der globalen Plastikproduktion verantwortlich sind.
  • Die industrielle Landwirtschaft: Sie ist der weltweit größte Anwender von synthetischen Pestiziden und damit einer der Hauptverbreiter von langlebigen Chemikalien. Die Regionen Nord- und Südamerika sind dabei die größten Verbraucher.
  • Die Konsumgüterindustrie: Durch den exzessiven Einsatz von Einweg-Plastikverpackungen treibt sie die Nachfrage an. Verpackungsmaterial macht mit 44 % den mit Abstand größten Anteil am globalen Plastikverbrauch aus. Von den 9,2 Milliarden Tonnen Plastik, die zwischen 1950 und 2017 produziert wurden, wurden nur etwa 9 %recycelt.

Was wir – rein theoretisch – tun müssten

Obwohl das Ausmaß der Verschmutzung gewaltig ist, sind die Lösungsansätze bekannt. Sie erfordern einen Paradigmenwechsel hin zu einer giftfreien Kreislaufwirtschaft, die auf dem Vorsorgeprinzip basiert.

  • Umkehr der Beweislast: Nicht die Öffentlichkeit muss die Schädlichkeit eines Stoffes nachweisen. Stattdessen muss der Hersteller die Unschädlichkeit eines neuen Stoffes beweisen, bevor dieser auf den Markt kommen darf. Die EU-Chemikalienverordnung REACH ist der weltweit ambitionierteste Versuch, dieses Prinzip umzusetzen.
  • Förderung von “Grüner Chemie”: Dies bedeutet, Materialien zu entwickeln, die von Anfang an sicher für Mensch und Umwelt sind und am Ende ihres Lebenszyklus gefahrlos in biologische Kreisläufe zurückgeführt werden können. Beispiele sind kompostierbare Kunststoffe aus Maisstärke (PLA), Verpackungen aus Pilz-Mycelium oder der Ersatz giftiger BPA-Farbstoffe in Kassenbons.
  • Sofortiges Verbot der gefährlichsten Stoffe: Ein schnelles, konsequentes Verbot ganzer Klassen von Chemikalien wie PFAS oder Neonikotinoiden ist unumgänglich. Die EU hat die Verwendung der wichtigsten Neonikotinoide im Freiland bereits weitgehend verboten und prüft eine umfassende Beschränkung fast aller PFAS-Chemikalien.
  • Transformation der Landwirtschaft: Eine flächendeckende Umstellung auf biologischen Anbau, gekoppelt mit einer Reduktion des Konsums tierischer Produkte, würde den Eintrag von Pestiziden drastisch reduzieren.

Die Realität der Untätigkeit: Der Systemfehler der externalisierten Kosten

Trotz dieses Wissens schreitet die chemische Flut ungebremst voran. Der zentrale Grund ist ein fundamentales Merkmal des globalen Wirtschaftssystems: die Externalisierung von Kosten. Dies ist kein unbeabsichtigter “Systemfehler”, sondern ein bewusst aufrechterhaltenes Design, das kurzfristige Gewinne über langfristige Stabilität stellt.

  • Die unsichtbare Rechnung: Der Preis für eine antihaftbeschichtete Pfanne spiegelt nicht die wahren Kosten wider: die Behandlung von Krebsfällen, die Reinigung von kontaminiertem Trinkwasser oder die Ewigkeitskosten der Sanierung von Giftmülldeponien. Diese externen Kosten sind jedoch real und lassen sich beziffern. Studien schätzen die jährlichen Gesundheitskosten allein durch hormonell wirksame Substanzen (EDCs) in der EU auf bis zu 163 Milliarden Euro und in den USA auf 340 Milliarden US-Dollar.
  • Der perverse Anreiz: Da diese Kosten in keiner Bilanz auftauchen, ist die Vergiftung des Planeten kurzfristig hochprofitabel, weil die Gewinne privatisiert, die katastrophalen langfristigen Kosten aber auf die Gesellschaft und zukünftige Generationen abgewälzt werden. Die Chemieindustrie investiert in der EU zweistellige Millionenbeträge in Lobbyarbeit, um Regulierungen zu verhindern, die sie potenziell Milliarden an Kosten verursachen würden.
  • Regulatorische Abschwächung: Diese Unsichtbarkeit der Schäden spielt den Lobbys in die Hände, die wirksame Regulierungen wie die EU-Chemikalienverordnung REACH systematisch abschwächen. Die Umsetzung von Gesetzen ist schleppend: Zwischen 2011 und 2022 wurden im Schnitt nur 2,5 neue Stoffbeschränkungen pro Jahr erlassen, statt der ursprünglich prognostizierten 11. Die von der Industrie eingereichten Sicherheitsdossiers sind oft mangelhaft.

Der Weg nach vorn: Die Spielregeln ändern

Die Lösung erfordert mehr als individuelle Konsumentscheidungen. Der Kern liegt in der Änderung der politischen und wirtschaftlichen Spielregeln auf systemischer Ebene. Es geht darum, die perversen Anreize zu korrigieren und die externalisierten Kosten zu internalisieren. Das zentrale Leitprinzip muss das Verursacherprinzip (”Polluter Pays Principle”) sein: Derjenige, der die Verschmutzung verursacht, muss für die Kosten aufkommen.

Unternehmen müssen für den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte und die dabei entstehenden Schäden rechtlich und finanziell verantwortlich gemacht werden. Strikte staatliche Leitplanken, konsequente Verbote gefährlicher Stoffgruppen und die konsequente Durchsetzung des Vorsorgeprinzips sind die einzigen wirksamen Hebel. Die Erfahrung mit der REACH-Verordnung lehrt jedoch, dass die “Änderung der Spielregeln” kein einmaliger Akt ist, sondern ein permanenter Prozess der Verteidigung und Durchsetzung dieser Regeln gegen mächtige wirtschaftliche Interessen.

Wir müssen aufhören, Symptome zu kurieren, und stattdessen das System ändern, das die Vergiftung unseres Planeten als profitables Geschäftsmodell behandelt.

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